In „Sacre“ erwecken eine Tänzerin und zwei Pianistinnen Igor Strawinskys berühmtes Werk „Le Sacre du printemps“ zu neuem Leben. Daniel Larrieu, einer der bedeutendsten Choreografen des neuen französischen Tanzes der 1980er Jahre, schließt mit „Sacre“ seine glanzvolle, über 40-jährige Karriere ab. Es handelt sich um eine Solo-Version dieses monumentalen Werks, die für Sophie Billon geschrieben wurde, eine junge Tänzerin, mit der er seit mehreren Jahren zusammenarbeitet. An der Seite der Tänzerin spielen die Pianistinnen Caroline Delcampe und Alexandra Vizman die von Igor Strawinsky selbst komponierte Fassung für Klavier zu vier Händen. Gemeinsam schaffen die drei Interpreten eine Landschaft, in der die Spannung nach und nach steigt, bis sie den gesamten Raum zum Schwingen bringt. Daniel Larrieu verdichtet die Präzision einer zutiefst musikalischen, subtilen und eleganten Tanzkomposition und bewahrt diesem emblematischen Werk gleichzeitig seine erschütternde Kraft.
Im ersten Teil des Abends skizziert „Impromptu“ ein Spiel der spontanen Komposition im Zusammenspiel mit dem Publikum. Die Zuschauer*innen ziehen per Los kurze Musikstücke für Klavier zu vier Händen, komponiert von Satie, Dvořák, Saint-Saëns, Brahms, Grieg und Ravel. Sophie Billon und Daniel Larrieu improvisieren – allein oder gemeinsam – zu diesen Stücken, die live von Caroline Delcampe und Alexandra Vizman gespielt werden. Eine Geste der Offenheit für Dialog und Spontaneität vor der strengen Partitur von „Sacre“.