Tanzaufführung mit Licht- und Schattenspielen
Im ersten Teil von „Faire fleurir“ treten ein Tänzer, zwei Musiker und ein Licht- und Schattenspiel in einem bewusst begrenzten Raum auf: Eine Stoffdecke, die 1,5 Meter über dem Boden hängt, zwingt die Darsteller, sich gebückt zu halten. An diesem Ort zwischen Himmel und Unterwelt lässt der Tänzer Nicolas Fayol Schritt für Schritt, Abschnitt für Abschnitt einen Körper und seine Geschichte entstehen.
Nicolas Fayol, der Anfang der 2000er Jahre bei Hip-Hop-Battles entdeckt wurde, löst sich hier von der Vertikalität, um andere Körper zu erfinden: Tier, Kind, Stein in Bewegung. An seiner Seite komponiert das französische Duo Mont Analogue eine tellurische und organische Musik aus Field Recordings, elektronischen Impulsen und mineralischen Atemzügen. Um diese Höhle aus Stoff herum erlebt das Publikum eine sinnliche Erkundung, in der sich Gesten und Materialien verwandeln, in der jeder Halt wohltuend ist und in der Zwang zu Poesie wird.
Im zweiten Teil des Abends ist das Publikum eingeladen, sich in die Installation zu legen, eine Traummaschine, die es in die Zeit der Mythen, der Metamorphosen und des urzeitlichen Brodelns zurückversetzt. Diese Erfahrung, die sich zwischen audiovisueller Live-Performance und Entspannungsworkshop bewegt, ermöglicht es, die Struktur der Show während einer etwa fünfzigminütigen Reise aus dem Inneren heraus zu erleben.
„In Faire Fleurir steckt der Wunsch, mithilfe der Technik des Breakdance einen Körper zu erfinden, einen Körper, der seiner Vertikalität beraubt ist, um die Definition des aufrechten, sitzenden und liegenden Menschen zu ergründen.“ Nicolas Fayol