Ausstellung über die Schweiz und den Kolonialismus im Schloss Prangins
Seit dem 16. Jahrhundert unterhalten Schweizer Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen enge Beziehungen zum Kolonialsystem. Einige Schweizer Firmen und Einzelpersonen beteiligen sich am transatlantischen Sklavenhandel, beuten versklavte Menschen aus und verdienen ihr Vermögen mit dem Handel mit Kolonialwaren. Schweizerinnen und Schweizer gehen als Missionare in alle Welt. Andere, getrieben von Armut oder Abenteuerlust, verpflichteten sich als Söldner in europäischen Armeen, die territoriale Eroberungen aneinanderreihen und den Widerstand der indigenen Völker niederschlugen. Schweizer Expertinnen und Experten stellten ihr Wissen in den Dienst der Kolonialmächte. Die Universitäten Zürich und Genf lehrten und verbreiteten rassistische Thesen, die internationale Resonanz fanden und zur Legitimierung des Kolonialsystems dienten.
Basierend auf den neuesten Forschungsergebnissen bietet die Ausstellung erstmals in der Romandie einen Überblick über die Geschichte der kolonialen Verbindungen der Schweiz und stützt sich dabei auf zahlreiche Objekte, Archivdokumente, Fotografien und Kunstwerke.
In direktem Zusammenhang mit aktuellen Ereignissen hinterfragt sie zudem die Bedeutung des kolonialen Erbes in der Schweiz. Die Ausstellung, die 2024 im Landesmuseum in Zürich gezeigt wurde, wird in einer für das Château de Prangins angepassten Form präsentiert.