„I’m Fine“: Chronik eines Exils zwischen Krieg und Widerstand
Tatiana Frolova, KnAM-Theater
Im Februar 2022 marschiert Russland in die Ukraine ein. Nur einen Monat später ist die russische Truppe des KnAM-Theaters zur Flucht gezwungen und findet Zuflucht in Lyon. Die russische Regisseurin und Autorin Tatiana Frolova, assoziierte Künstlerin am Théâtre des Célestins, produziert mit dem KnAM-Theater weiterhin kompromissloses Dokumentartheater, das aus Geschichten, Archiven, Interviews und Bildern gewoben ist.
Das im Herbst 2025 entstandene Stück „I'm Fine“ basiert auf den Erfahrungen des Exils und dem Chaos, das der Krieg mit sich bringt. Die Theatergruppe hinterfragt die Begriffe Heimat, Vaterland und Zuflucht und bricht mit hartnäckigen Mythen: dem der Russen, die davon überzeugt sind, dass die ganze Welt ihr Land beneidet, und dem der Europäer, die von der „rätselhaften russischen Seele“ fasziniert sind.
Getreu ihrer raffinierten Ästhetik verwandelt die Truppe mit einfachen Mitteln und rohen Materialien intime Erfahrungen in theatralisches Material. Individuelle Geschichten stehen Seite an Seite mit kollektiver Geschichte, um einer Botschaft Substanz zu verleihen, die sowohl politisch als auch sensibel ist.
„Was zählt, ist, dass das Herz lebt, denn es ist so leicht, es einzufrieren.” Tatiana Frolova – Auszug aus dem Stück Nous ne sommes plus (Wir sind nicht mehr)
„Schritt für Schritt lernen wir, hier zu leben.“ Tatiana Frolova
Was die Presse sagt:
Auch wenn sie niedergeschlagen, auch wenn sie zerbrechlich, auch wenn sie manchmal ungeschickt ist, kämpft diese Truppe. Und das Theater ist immer lebendig, wie ein Schlag ins Herz.
Emmanuelle Bouchez – Télérama